Fazit - Dany

Wofür haben wir das eigentlich alles hier im world wide web so festgehalten frage ich mich. Eigentlich gibt es hierfür drei Gründe: zum Einen die Erinnerung für uns, denn das war schon eine ganz besondere Reise  - Jessis Abiturgeschenk und wenn die Kinder flügge werden muß man sich auch im Klaren sein, dass es eine Reise in dieser Form vermutlich nicht mehr geben wird. Irgendwie also auch ein Abschied ..., außerdem haben wir von Berufswegen her nicht oft die Möglichkeit 4 Wochen am Stück Urlaub nehmen zu können. Eine Dankeschön hier noch einmal an die Kolleginnen, die uns während dieser Zeit vertreten haben.
Der zweite Grund ist, dass wir so permanent unsere Familien und Freunde über unsere „Abenteuer“ auf Stand halten konnten. Und im Nachhinein hat sich das als sehr positiv erwiesen, denn man muß nicht alles 100 x erzählen und kann gezielt Fragen beantworten. Obwohl ich sagen muß, dass einige, von denen ich gar nicht soviel Interesse erwartet hätte, fleißig gelesen haben, während andere nicht einmal auf die Seite geschaut hatten. That´s life ...
Der dritte Grund ist die Hilfestellung für andere. Wir haben gesehen wieviel wertvolle Hilfe Richi im Vorfeld aus dem Amerikaforum erhalten hat und möchten jetzt mit unseren Erfahrungen vielleicht den Nächsten helfen, die sich an die Planung einer solchen Tour heranwagen. Anhand der e-mail Resonanz sehen wir auch, dass das Sinn gemacht hat.

So jetzt heißt es also ein Fazit der Reise zu schreiben – viele viele Punkte habe ich ja in meinen Einzelberichten wo es passte bereits erwähnt. Beginnen wir mit der

Planung  und Route (+++):
Ich schätze einmal ich liege richtig, wenn ich sage Richi hat 95 % der Planung erledigt. Jessi war damit überfordert und zudem im Abistress, mir hat einfach die Zeit gefehlt. Ich habe meine Wünsche kundgetan, was ich gerne sehen möchte und Richi hat die Tour darum gebastelt. Gut ein Jahr war er mit der Planung beschäftigt, denn die ersten Hotels mußten lange im Vorfeld gebucht werden.

Neben den großen Städten wollte ich unbedingt Hearst Castle sehen und ein paar Tage in Las Vegas verbringen, da mir diese Stadt bei unserem 3 Tage Trip vor ein paar Jahren so gut gefallen hat und es noch soviel gab, was ich gerne sehen würde. Viele mögen sich wundern, dass wir so lange in Vegas waren, aber auch für Jessi war es ein absolutes Highlight und für uns war es richtig, hier 5 Nächte zu machen. Wer für die Tour weniger Zeit zur Verfügung hat, kann ja hier einfach kürzen.
Richi hat also die Route geplant, mit uns abgesprochen und wir haben genickt. Was ich so im Vorfeld nicht gemacht hätte, war alle Hotels vorzubuchen, da wir damit die Flexibilität verloren haben – dachte ich. Im Nachhinein muß ich Richi recht geben. Zum einen konnten wir alle Hotels bis einen Tag vorher kostenfrei stornieren (was wir nur ein einziges Mal gemacht haben), zum anderen ist es gar nicht so einfach, wenn man zu Dritt unterwegs ist und sich nicht immer in 2 Queen-beds in einem Zimmer aufhalten möchte, die richtigen Zimmer zu finden. So hat er im Vorfeld recherchiert und oft Suiten für uns gebucht, die uns allen 3 immer noch die Möglichkeit zum Rückzug gegeben haben. Sicherlich einer der Hauptfaktoren, dass es so wenige Unstimmigkeiten gab während der 4 Wochen.    
Auch die im Vorfeld gebuchten Stadtrundfahrten und Tickets für die Universal Studios haben uns das Suchen vor Ort oder Schlangestehen oft erspart, so dass wir einfach die Zeit optimal nutzen konnten.
Selbst die Shopping-Center und Outlet Malls haben wir zu Hause schon im Vorfeld inspiziert um zu sehen, welches Center die Läden bietet in die wir möchten ...
Eine gute und intensive Planung lohnt sich auf jeden Fall und sie ist um so wichtiger, je weniger Zeit man zur Verfügung hat.

Als superhilfreich muß ich noch einmal das Navi (+++) mit den Amerikakarten erwähnen. Es hätte uns sicherlich unglaublich viel mehr Zeit gekostet. Vor allem in den großen Städten, hätten wir alle Ziele von Hand suchen müssen. Ich bin ein guter Kartenleser, aber in LA hätte ich sicher manches Mal kapitulieren müssen. Wenn ich bedenke wie viele Eindrücke ich vermutlich verpaßt hätte, wenn ich während der Fahrt die Nase immer hätte in die Karte stecken müssen, dann freue ich mich einmal mehr, dass Richi das so gemanagt hat und im Vorfeld Geld in ein Navi investiert hat.

Insgesamt muß ich sagen, dass ich die Route jederzeit wieder genauso fahren würde,  eventuell noch einen Tick weiter nach Nordosten um den Arches Nationalpark mitzunehmen, wenn genügend Zeit vorhanden ist.

 
Unbegründete Angst vor Streß (++):
Ich, der ich in den letzten Jahren zumeist als Pauschaltourist, am liebsten mit AI Verpflegung unterwegs war, hatte im Vorfeld das ungute Gefühl des Ungewissen im Bauch. Ich habe mit einer fast vierwöchigen Rundreise nicht unbedingt Erholung verbunden, sondern eher Streß. Aus dem Koffer leben, permanent weiterreisen, Wäsche waschen, Hotelwechsel – alles nicht unbedingt Begriffe, die ich in einem Atemzug mit Erholung nennen würde.
Doch auch hier muß ich mich korrigieren, diese Reise hatte einen hohen Erholungswert mit unglaublich vielen Eindrücken, die bei 2 Wochen an einem Ort niemals vermittelt werden könnten. Sie ließ mich abschalten, da ich gar keine Zeit hatte über Dinge zuhause nachzugrübeln. Urlaub muß also nicht immer 2 Wochen am Strand liegen sein. Amerikaner sind vom Prinzip her eher faul, so dass wir alle Herausforderungen bequem (OK am Horseshoeband kamen Richi und ich ordentlich ins Schwitzen) gemeistert haben auch ohne konditionell top in Form zu sein. Also traut Euch!  


Hotels(+++):
Hier kann ich mich nur wiederholen. Gute Planung ist viel wert, vor allem zu Dritt. Richi hat hier durchgängig eine tolle Wahl getroffen. Wir hatten nahezu immer einen Pool, den wir auch sehr oft genutzt haben. Darauf würde ich auf jeden Fall achten. Fliegengitter haben nahezu alle Hotels, auch das ganz wichtig in der warmen Jahreszeit, denn die Moskitos sind nicht ohne. Auch hatten fast alle Zimmer einen Kühlschrank und eine Mikrowelle, die es uns ermöglichten Speisen und  Getränke zu kühlen oder selbst aufzuwärmen. Es war also gar nicht notwendig permanent essen zu gehen – manches Mal waren wir auch einfach zu platt dazu.

Nichts auszusetzen und damit richtig schöne voll ausgestattete Zimmer gab es in LA, San Diego, Las Vegas, Page, Bryce Canyon, Oakhurst, San Francisco & Oxnard.

Grand Canyon Village (kein Pool) war sehr eng, sowohl das Zimmer, also auch das Bad und es gab keinen Aufzug – übel mit schweren Koffern. Aber der Ausblick wiederrum morgens über die aufgehende Sonne über dem Grand Canyon entschädigt für alles.
St. George und San Simeon waren eng mit Zustellbett, aber sonst OK und beide hatten einen schönen Pool. In San Simeon ließ die Dusche etwas zu wünschen übrig.

Die absoluten Highlights der Tour waren bei den Hotels das Stratosphere in LA und das Mandalay Bay in Oxnard. Beide auf Ihre Art ein Hammer, die keine Wünsche offen ließen. Die nähere Beschreibung hierzu ist in den Reiseberichten enthalten, so dass ich hier nicht noch einmal weiter ins Detail gehen will. GUTE WAHL Richi!

Waschen, was auf einer solch langen Reise unumgänglich ist, kann man in nahezu jedem Hotel. In Las Vegas gab es sogar einen extra Raum mit je ca. 10 Waschmaschinen und Trocknern, dass ich alles parallel laufen lassen konnte.  Übel ist nur die Qualität der Waschwirkung wie ich schon in meinen Berichten geschrieben habe. Das liegt allerdings nicht an den Hotels, sondern einfach an den schlechten Maschinen.  Zumindest hat man das Gefühl, dass die Sachen wieder frisch sind, wenn weißes auch nicht wirklich weiß wird ...


Essen (++):
Die Vielfältigkeit des Essens ist in den USA natürlich breit gefächert. Klar, dass auch wir nicht an den zahlreichen Fast-Food-Ketten vorbeikamen. Denn wie der Name schon sagt, es geht einfach flott und auf der Tour von A nach B hat man oft keine Lust und Zeit sich lange mit Essen aufzuhalten. Außerdem gibt es in den USA viele Fast Food Restaurants, die gar nicht so übel sind. Neben den auch bei uns bekannten Mc Donalds, KFC, Pizza Hut oder Subways, waren wir bei Taco Bell mit mexikanischer Küche, Jack in the Box usw.
Las Vegas strotzt nur so von gigantischen Buffets in den großen Casinohotels. Etwas das man auf keinen Fall verpassen sollte. Und zwischendrin immer mal wieder ein richtig gutes Stück Fleisch in einem der zahlreichen Steakhäuser – auch ein absolutes Muß auf dieser Tour. Absolut empfehlenswert ist die Outback Kette mit australisch angehauchter Küche.
Insgesamt haben wir viel weniger Geld für Essen benötigt als erwartet. Wir hatten grob 25 $ pro Tag/Person budgetiert und sind damit locker hingekommen. Dadurch, dass wir fast überall Kühlschrank und Mikrowelle zur Verfügung hatten, hatten wir immer kalte Getränke und konnten auch mal ein Doggybag aufwärmen. Dann gibt es Käsenudeln im Topf Fix und fertig für die Mikrowelle vorbereitet, die richtig gut waren – auch das ist Amerika und man darf es zumindest mal probiert haben. Jeder gut sortierte Supermarkt hat zudem frische Obstsalate in der Kühltheke, die zwar mit rund 4 – 5 $  nicht ganz billig, aber dafür superlecker sind. 


Shoppen(+++....):
Tja da erübrigt sich eigentlich jeder Kommentar. Wenn ich sage, wir sind mit 3 Koffern hingeflogen und mit 4 Koffern, einer Riesentauchtasche und einer Reisetasche voll zurückgekommen dann sagt das alles oder ...
Für Jessi und mich war es das Paradies und wir haben uns für Sommer und Winter eingekleidet, schickes wie sportliches in großen und in kleinen Größen, Markenware wie no Name Produkte, Gürtel, Uhren, Bauchnabelpiercing usw.
Wenn Richi sich Zeit genommen hat –für ihn ist Kleidung einkaufen eher eine Strafe-,  haben wir auch für ihn einiges gefunden, aber er ist eher an der Technik interessiert und hat das Thema Ipod ja ausführlich in seinem Bericht behandelt.
Auch der Sektor Parfum und Kosmetik lohnt sich absolut. Hier hat uns der derzeit  sehr günstige Dollarkurs auch gut in die Karten gespielt.
Absolut empfehlen können wir die Walmart Supercenter, die neben Lebensmitteln auch Kosmetik und Kleidung anbieten. Vorher schon ein wenig im Internet schlau machen, wenn man seine Route kennt, wo die Shoppingmalls oder Outletcenter liegen, hilft ungemein, macht Vorfreude und spart Zeit.


Zwischenmenschliches (++/-):
Für uns 3 untereinander muß ich sagen hätte es kaum besser laufen können. Man geht sich hier und da mal auf die Nerven, aber das ist denke ich normal.  Dafür, dass wir 3 noch nie vorher auf so engem Raum für eine so lange Zeit zusammen waren, hat es richtig klasse funktioniert.
Was ich mir mehr gewünscht hätte wäre Kontakt zu Einheimischen gewesen. Hier und da ein nettes Gespräch, das war es aber dann auch. Ich denke, dass man auf einer Rundreise auch nicht viel mehr erwarten kann, aber wünschen kann man es sich halt ... :-)


Fazit vom Fazit (++++):
Jederzeit und immer wieder würde ich die Tour in gleicher Form weiter empfehlen und auch selbst wiederholen – nur die wichtigsten Habseligkeiten würde ich nie wieder im Auto liegen lassen, auch wenn ich nur 5 Minuten vom Auto weg bin, denn die reichen leider, wenn man Pech hat ...
(Dany)