Reisebericht - 3. Woche               1. Woche   -   2. Woche   -   4. Woche 





Tag 15 - Dienstag 09.05.2006


Start: Las Vegas
Ziel: Las Vegas
Route: 

Gefahrene Meilen: 20

Hotelkritik: Siehe Vortrag

Bericht:
Heute morgen klingelt ´mal wieder der Wecker, denn Jessi und ich haben einen „Termin“ im Outlet-Center. Das haben wir uns in Deutschland bereits im Internet ausgeguckt. Es öffnet gegen 10 und da wir nach unserem erneut sehr leckren Frühstück recht früh fertig sind schauen wir uns vorher noch das Venetian Hotel an. Es ist innen wie außen sehr schön und wirklich edel gemacht. Derzeit gibt es eine Rubens-Ausstellung (Guggenheim-Museum) und eine Dauershow der Blue Man Group. Manchmal werden auch hier Suiten im Internet  zu Sonderpreisen angeboten, aber zu unseren Daten hatten wir kein Glück (nachdem ich unsere Blubber-Suite gesehen hatte, fand ich das allerdings auch nicht mehr wirklich schlimm).
Vom Venetian gings dann für Jessi und mich für 2,5 Stunden ins Outlet. Knapp bemessene Zeit für über 100 Shops. Jessi und ich trennen uns, da wir jeder die Zeit optimal nutzen wollen. Während Jessi bei Hilfiger und Billabong fündig wird, kaufe ich etwas für meine neue Nichte, ein paar Turnschuhe und ein paar Klamotten für mich. Gegen 13.00 sammelt Richi uns wieder ein, er war zwischenzeitlich Tanken, Auto waschen und im größten Gift-Shop der Welt, der sich aber als Reinfall rausstellte. Wir fahren noch einkaufen – die Wasserbestände sind leer und für unseren Transfertag morgen (der längste unseres Trips) ein paar Sandwiches, Schokoladen- und Karrottenkuchen.
Dann geht es zurück zum Hotel ein bisschen ausruhen bzw. bügeln. Die vorgestern gewaschenen Sachen sind längst trocken und müssen noch platt gemacht werden. Jessi ist so lieb Richis T-Shirts zu übernehmen, so dass ich nur meine Sachen und seine Hemden habe.
Um halb 7 wollen wir wieder auf die Piste. Die Show vorm Treasure Island beginnt um 19.00 Uhr. Wir sind kurz vor 7 erst da und stehen in 2. Reihe. Während wir warten, fällt Jessi eine Familie direkt hinter uns auf – ja ist das nicht ... nein oder doch – ja er ist es. Der Boxer Klitschko (Richi meint es ist Vladimir - ich kann die beiden nicht wirklich auseinander halten) mit Frau und beiden Kindern. Na das ist ein Ding. In jedem Fall hat der starke Mann während der Show beide Kinder auf dem Arm – wie sollte es auch anders sein. Wir schießen heimlich im Trubel ein paar Fotos – er will doch auch einmal Urlaub und seine Ruhe haben.
Anschließend bummeln wir in Richtung Caesars Palace, wo wir im Planet Hollywood Essen gehen wollen. Vor dem Mirage – der Vulkan bricht leider vor Sonnenuntergang nicht aus – treffen wir Familie Klitschko wieder. Zwischenzeitlich haben ihn ein paar erkannt und er lässt sich bereitwillig fotografieren, während eigentlich seine Frau ein Foto von ihm und den Kindern vor dem Venetian machen wollte. Wie uns in Amerika selbst so oft passiert geht Richi hin und fragt die Frau ob sie nicht mit aufs Foto möchte und er schießt es für sie. Sie hat sich riesig gefreut und Richi bekommt die große Kamera in die Hand und schießt ganz cool das Foto. Leider kann ich so schnell gar nicht unsere Videokamera auspacken und alles mitschneiden ...  

Nach dem Hard Rock Cafe wollten wir nun auch noch Planet Hollywood testen, da wir nicht wirklich genug Hunger für das große Buffet haben. Wir erhalten mit einem Voucher eine Vorspeise (Taccos mit Spinat-Parmesansauce – lecker) gratis und ordern Steak, Burger und Spaghetti. Die Musik ist sehr laut, dass eine Unterhaltung, wenn man nicht dicht zusammen sitzt schwer möglich ist. Alles ist sehr lecker – aber insgesamt hat mir das Hard Rock Cafe besser gefallen.
Wir haben uns für heute gegen Mamma Mia entschieden, da  es morgen um 5.00 heißt raus aus den Federn. Leider ist der Tioga Pass entgegen unseren Hoffnungen noch nicht vollständig geräumt, so dass wir gezwungen sind nach dem Death Valley die Sierra Nevada komplett zu umfahren. Ein Riesenumweg, der uns viel Zeit kosten wird. Das Navi errechnet eine Fahrzeit von über 15 Stunden (!!!).
Im Hotel verzocken Richi und ich noch ein paar Dollar – dafür gibt es Gratis Margaritas. Ich gerate an eine Maschine, an der wohl jemand vergessen hat, sein Guthaben mitzunehmen. Ich schiebe einen Dollar ein und kann für 9,87 $ spielen – bei 1 ct Einsatz eine ganz schön lange Zeit. Dann geht´s aber endgültig ins Bett – morgen wird ein langer Tag -  gute Nacht ... (Dany)



Tag 16 - Mittwoch 10.05.2006


Start: Las Vegas
Ziel: Oakhurst
Route: Dantes View, Death Valley, Furnace Creek Ranch

Gefahrene Meilen: Muss ich noch nachsehen...

Hotelkritik: Im Best Western Yosemite Gateway haben wir wieder eine Suite mit 2 Schlafzimmern, kleiner Küche und Balkon. Achtung hier gibt es viele Stechmücken...

Bericht:
5.15 Uhr klingelt der Wecker – puuuh ist das früh, aber wir wollen um 6.00 Uhr aufbrechen. Unser Ziel heute heißt Oakhurst (via Death Valley) und das Navi berechnet 15 Stunden Fahrzeit (!!!!). Die einzige Übernachtung die wir doppelt buchen mußten, da bei Abfahrt unklar war ob der Tioga Paß geöffnet sein würde oder nicht. Leider war dem nicht so, so dass wir die komplette Sierra Nevada mit dem PKW umrunden müssen um zum Yosemite Nationalpark zu kommen. Wir haben das Hotel in Bishop bereits gestern online storniert und vor uns liegt also ein wirklich anstrengender Tag.

Wir starten pünktlich um 6 – Checkout war über das Fernsehen im Zimmer möglich – unsere Zimmerschlüsselkarten lassen wir im Zimmer liegen. Der Weg aus der Stadt kostet selbst um diese Uhrzeit viel Zeit, da schon viele Autos auf der Straße sind. Gegen 7 verlassen wir dann endlich die Außenbezirke von Las Vegas und die Wüste liegt vor uns. Wir stellen fest, dass wir unsere gestern gekaufte Verpflegung, die Sandwiches, im Hotelkühlschrank vergessen haben. Na ja dann frühstücken wir halt unseren Möhren- und Schokoladenkuchen. Mit Kaffee hatten wir uns vor der Abfahrt noch in der Starbucksfiliale im Hotel eingedeckt (by the way – der Kaffee von Starbucks ist für uns in den USA der beste Kaffee überhaupt – es geht doch nichts über einen French Vanilla ...).

Ab jetzt kommen wir super durch und sind bereits gegen 9.30 Uhr an Dantes View, einem hohen Aussichtspunkt mit wunderschönem Blick über das Tal des Todes – Death Valley. Wer ein wenig Zeit hat (oder auch nicht so wie wir), sollte sich diesen Blick auf der Tour in jedem Fall gönnen. Mitten in der Wüste frieren wir hier oben ganz schön, denn es weht ein eisiger Wind. Ein einziges Wohnmobil treffen wir dort oben ansonsten keine Menschenseele. Wir machen ein paar Fotos (Magnete gibt’s hier keine zu kaufen :-)) und machen uns weiter ins Tal des Todes.

Gegen 10.00 machen wir eine Pause in Furnace Creek und gönnen uns eine Cola. Eben die Kälte und jetzt die Hitze – der Unterschied einfach unglaublich. Hier ist der Abzweig nach Bad Water, dem tiefsten Punkt der Erde mit –282 Fuß. Da hier einige (langsame) Autos unterwegs sind, entschließen wir uns diesen Punkt wegzulassen, da es uns locker eine Stunde kosten würde. Auch so waren wir an einem Punkt der ca. 80 m unter dem Meeresspiegel liegt – ein komisches Gefühl. Wir drehen also nach ca. 1-2 km um und fahren direkt nach Furnace Creek – einem kleinen Feriencamp mitten im Death Valley. Wir kaufen ein paar Sandwiches (drei x so teuer und vermutlich sehr viel schlechter als die in unserem Hotelkühlschrank), Kaktusmarmelade und eine scharfe Marmeladenspezialität für meinen Dad – wie auch immer diese beiden schmecken mögen. Ach ja, fast hätte ich das T-Shirt und die Magnete vergessen – klar die haben wir ebenfalls mitgenommen.


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Am Mosaique Canyon halten wir noch einmal. Richi und Jessi machen sich in der Hitze auf, die bunten Mosaike zu entdecken, kehren aber nach kurzer Zeit zurück – vermutlich hätte man viel weiter in den Canyon hinein gehen müssen. Hierzu fehlt heute die Zeit und es ist dann doch ein wenig warm. Erbarmungslos brennt uns die Sonne auf das Dach. Schilder empfehlen die Klimaanlagen abzuschalten, da wohl einige Autos sonst schlapp machen. Wir vertrauen unserem SUV und der packt das auch.

Einen kurzen Stop machen wir noch an den berühmten Sanddünen.
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Und dann – so unglaublich das auch klingen mag – auch hier mitten in der Wüste haben die Amerikaner einen Golfplatz gebaut. Der Kellner, der uns die Cola servierte hatte bereits von seinem Hobby dort erzählt, was soll er auch sonst hier tun. Man muß sich das als weites tiefes Tal mit viel Stein und ein paar spärlichen Pflanzen vorstellen. Das wars.

Dann beginnt unser Umfahren der Sierra Nevada, das riesige Gebirge mit den schneebedeckten Gipfeln  liegt direkt vor uns. Wir umfahren in südlicher Richtung und biegen nach links ab. Ein Schild sagt Stop – Road Construction – Wait and follow Pilot Car. Uups was ist das denn wir warten ca. 10 Minuten, dann fährt eine Wagenkolonne von links nach rechts. Kurz danach kommt das Pilot Car in die andere Richtung und winkt uns herein. Eine kilometerlange Baustelle auf der Nationalstraße, daher die lange Wartezeit, aber wir sind wieder auf unserer Route. Über die 190 und 178 geht es ohne größere Stops am Lake Isabella vorbei über Visalia und Fresno nach Oakhurst. Gegen 19.00 Uhr treffen wir dort ein – ziemlich platt. Trotz Pausen haben wir das Navi um 2 Stunden geschlagen. Unser Hotel ist erneut ein Best Western – das Yosemite Gateway Inn. Wir bitten wieder um ein Zimmer im EG, was auch klappt. Eine Menge Mücken gibt es hier und zum ersten Mal kommen die bereits in LA gekauften örtlichen Mückensprays (Empfehlung unseres Reiseführers) erfolgreich zum Einsatz. Wir haben eine schöne große Suite mitten im Grünen. 2 Zimmer mit 3 Queen Betten, ein Bad und im Gang eine Kitchenette sowie ein weiterer Waschplatz. Die Möbel und Bilder sind etwas altmodisch – nicht ganz unser Geschmack aber wieder einmal Superplatz für uns alle. Auch einen schönen Balkon haben wir, den wir aber in Anbetracht der Mücken lieber nicht nutzen.

Platt wie wir sind gibt noch eine Dusche und ein schnelles Abendessen bei Kentucky Fried Chicken – dann geht’s ins Bett. (Dany)



Tag 17 - Donnerstag 11.05.2006


Start: Oakhurst
Ziel: Oakhurst
Route: Yosemite NP, Mariposa Grove

Gefahrene Meilen: Wird nachgetragen...

Hotelkritik: Siehe Vortag

Bericht:
Nach dem anstrengenden Tag gestern schlafen wir etwas länger. Zum Frühstück kochen wir uns Kaffee und Tee, die Automaten gibt es in den USA in nahezu jedem Hotelzimmer, und futtern die Reste von unserem leckeren Kuchen.
Gegen 10.00 sind wir am Yosemite Info Center. Ein netter älterer Herr gibt uns freundlich Auskunft und erklärt die verschiedenen Möglichkeiten, was und in welcher Reihenfolge wir etwas besichtigen können. Er meint wir seien etwas spät und so könne es am Eingang zum Park zu einer Stunde Wartezeit kommen. Das erweist sich Gott sei Dank als Blödsinn, denn der Park ist gut besucht, aber sicherlich noch weit entfernt von der Hochsaison. Er weist darauf hin, dass es aufgrund des guten Wetters eine heftige Schneeschmelze gibt und die Wasserfälle richtig voll sind. Je nach dem kann es auch zu Straßensperrungen kommen wegen Überflutungen. Na das klingt ja spannend ...

Auf dem Weg zum Park durchfährt man einen Tunnel. Dahinter ist der Blick frei auf El Capitan, den größten Granitblock der Erde, Halfdome und viele Wasserfälle. Das heißt erst einmal ein kurzer Fotostop.

Im Park entschließen wir uns zunächst die mit dem eigenen PKW befahrbare Route zu machen. Unser erster Stop ist der Bridal Veil Fall. Hier ist wirklich bereits ein Teil des Parkplatzes leicht überflutet, so dass wir nicht ganz trockenen Fußes in Richtung Wasserfall gehen können. Aufgrund der Wassermassen ist so ein Sprühnebel in der Luft, dass man gar nicht so nah wie sonst herankommt – zumindest nicht ohne zu Duschen und das hatten wir für heute morgen eigentlich schon erledigt...
Wir fahren unsere Route weiter ab und halten an vielen weiteren schönen Aussichtspunkten.
Nach einem Mittagessen mitten im Grünen am „Grill“ (leckere frisch gebratenen Burger – kein Fastfood – zu wirklich moderaten Preisen) besteigen wir einen der vielen Busse´, die den Rundkurs im 10 Minutentakt abfahren. Diese Busse sind im Parkeintritt enthalten und kosten nichts extra. Man kann an jeder beliebigen Haltestelle aussteigen und in einen der nächsten Busse wieder einsteigen. Wir verlassen den Bus an Haltepunkt 16 und wollen den Burger etwas abtrainieren. Entlang des Flusses führt hier ein Trail bis zum Haltepunkt 18 des Busses. Eigentlich eine wunderschöne Strecke – die jedoch aufgrund der Wassermassen wieder etwas abenteuerlich wird. Immer wieder müssen wir zurück auf die Asphaltstraße ausweichen, da unser Uferweg überspült ist. Nach etwas einer halben Stunde sind wir am Haltepunkt. Zurück im Bus fahren wir den Rest der Route ab und steigen noch einmal am Endpunkt aus. Im Souvenirshop gibt es ein paar Geschenke für meine Patenkinder und – wie könnten wir die vergessen – Magnete und ein T-Shirt für Richi. So langsam fürchte ich, dass – obwohl wir einen wirklich großen amerikanischen doppelten Kühlschank haben – es eng werden könnte mit unserem Platz.

Mittlerweile ist es 17.00 Uhr – wir überlegen die großen Mammutbäume (Sequoias) im Mariposa Grove, die nicht weit vom Parkeingang entfernt stehen, heute noch anzuschauen, dann könnten wir morgen früh gleich in Richtung San Francisco aufbrechen. Gesagt getan – das heißt eine gute halbe Stunde Fußmarsch – wie wir heute morgen am Info-Center bereits gehört hatten. Also auf in den Wald über Stock und Stein und die größten und ältesten Lebewesen der Erde begutachtet. Einfach imposant, wenn man davor steht, nach oben schaut und der Baum nimmt kein Ende. Am Ausgangspunkt (Parkplatz) gibt es Broschüren für 50 Ct. zu erwerben auch in deutscher Sprache, die viel Hintergrundwissen vermitteln. Absolut interessant – auch für nicht Biologen.

Mit Umweg über einen  Supermarkt kehren wir zum Hotel zurück. Wir essen das Chicken Doggy Bag von gestern mit ein paar in der Mikrowelle zubereiteten Beilagen und ein leckeres Eis. Ich bin nicht sicher ob es an dem gewärmten Essen oder dem Eis lag auf jeden Fall wurde Jessi von einem Lachkrampf heimgesucht. Sie konnte einfach nicht mehr aufhören und am Ende haben wir alle nur noch gelacht und uns die Bäuche gehalten, tja wenn wir da schon gewußt hätten was uns am nächsten Tag erwartet ...



Tag 18 - Freitag 12.05.2006


Start: Oakhurst
Ziel: San Francisco
Route: Point Reyes, Merced, Golden Gate Park

Gefahrene Meilen: wird nachgereicht

Hotelkritik: Das Best Western Americania ist sehr gut ausgestattet und sauber, der Service (speziell von Darryl an der Rezeption) ist wegweisend. Leider liegt das Hotel nicht gerade in einer Gegend, die zum spazierengehen einlädt. Nicht wegen der vielen Obdachlosen hier (die sind nett und harmlos) sondern wegen der vielen herumlungernden halbstarken Mittelamerikaner.

Bericht:
Heute ist ´mal wieder Transfertag. So langsam starten wir in das letzte Drittel unserer Tour und heute geht es von Oakhurst nach San Francisco.
Da die Strecke nicht allzu weit ist klingelt unser Wecker um 8, so dass wir gegen 9.00 Uhr auf der Straße sind. Nicht ohne vorher an dem am Vortag gesichteten Obststand vorbeizufahren und 2 KG Erdbeeren mitzunehmen. Ein leckerer Frühstücksersatz – fürs erste zumindest.
Es gibt hier in der Gegend unglaublich viele Erdbeerfelder. Die Beeren sind oft so dick und rot, dass man die einzelnen roten Punkte aus dem fahrenden Auto erkennen kann. Angeblich wurden die Beeren heute morgen erst geerntet. Da die Amerikaner aus Prinzip faul sind, wird die Erde um die Pflänzchen mit Plastikschläuchen abgedeckt, so wird verhindert, dass die Beeren mit der Erde in Berührung kommen und sind schon beim Pflücken richtig sauber.
Die Beeren schmecken also fast so lecker wie sie aussehen – einen Tick süßer hätten sie sein können ...
Gegen 11.00 stoppen wir in Merced – das Auto wie auch wir haben Hunger. Wir lunchen bei Subway, Tanken, springen in einen Baumarkt um einmal die pr1mus-Mitbewerberprodukte zu checken und decken uns mit French Vanilla für die Fahrt bei Starbucks ein. Den kann man selbst trinken, wenn es eigentlich viel zu warm ist für Kaffee.
Um nicht zu früh am Hotel zu sein machen wir einen Abstecher nach Pt. Reyes, einem Nationalpark an der Küste, der angeblich den Leuchtturm aus “FOG – Nebel des Grauens“ beherbergt.


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Schon die Zufahrt dorthin ist superromantisch, eine kleine 2-spurige Straße – gut, dass so wenig los ist. Man kommt sich ein wenig vor, wie in Irland oder Schottland und alles erinnert ein an die Landschaften aus den kitschigen Rosamunde Pilcher Verfilmungen. Es gibt riesige saftig grüne Weiden mit Kühen, steilabfallende Küstenformationen und jede Menge Wind. Hier und da liegt ein Bauernhof an der Strecke, sonst gibt’s nur grüne Wiesen.
Wir nehmen eine Abfahrt die zum Strand herunter führt und ich teste die Wassertemperatur mit den Füßen – ordentlich kalt und baden gehen wollte ich hier nicht wirklich. Der Parkplatz am Strand ist umgeben von sehr farbenfrohen Bodendeckern mit Blüten in allen Tönen zwischen gelb und pink – wunderschön.

Wir fahren weiter bis zum Parkplatz des Leuchtturms. Ich schätze grob, dass hier etwas 50 Autos Platz haben, man ist also nicht wirklich auf größere Besucheranstürme gerichtet. Ein Fußweg von etwa 20 Minuten liegt vor uns bis wir den Aussichtspunkt oberhalb des Leuchtturms erreichen.


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Hier weht es uns so richtig um die Ohren und die Kapuzen sind notwendig, wenn wir Ohrenschmerzen vermeiden wollen. Die Bäume haben hier ihre Wuchsrichtung ganz klar dem Wind angepaßt und wachsen ordentlich schief über die Wege.


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Es gibt einen kleinen Shop, ein entsetzliches Plumsklo (wer immer kann erspare sich dies) und ein paar Bänke im Windschatten, wo der strahlende Sonnenschein richtig wärmt. Ein Schild weist darauf hin, dass heute bereits 4 Wale gesichtet wurden – leider nicht von uns.
Der Blick von hier oben ist toll. Zum Leuchtturm selbst geht es rund 300 Stufen nach unten.und im Wasser können wieder ein paar Robben beim Spielen und Jagen beobachtet werden.
Auf der Rückfahrt kreuzt eine Kuhherde unsere Straße und wir müssen stoppen. Der Farmer treibt die Kühe mit einem Quad zurück zum Hof – das müssen wir natürlich auf dem Foto festhalten.


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Dann geht es weiter in Richtung San Francisco, welches wir durch den Abstecher von Norden her, das heiß über die Golden Gate Bridge errreichen.
(Dany)

Auf der Suche nach "Willys Point" machten wir am ersten Aussichtspunkt auf dem Hügel rechts von der Golden Gate Brücke halt.
Da wir traumhaftes Wetter (blauen Himmel und klare Luft) haben, musste dieser Blick – der auch wirklich lohnenswert ist - sein!!


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Beim Aussteigen verstauen wir unsere Rucksäcke im Kofferraum, decken alles ab und verriegeln das Auto.
Als wir nach ca. 15 Minuten zurückkehren, bemerken wir beim Einsteigen, dass die Rucksäcke und Danys Handtasche fehlen.
Man hatte uns bestohlen. Gleichzeitig hielt ein Fahrzeug der Park-Ranger neben uns, die habe ich dann sofort um Hilfe gebeten. Eine nette Rangerin hat uns dann erst einmal beruhigt und dann die Daten aufgenommen. Erst dabei habe ich bemerkt, dass das Türschloss auf der Fahrerseite geknackt wurde.


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Das ist mir vorher nicht aufgefallen, da ich das Auto immer mit der Fernbedienung geöffnet hatte. Die anderen Fahrzeuge auf dem Parkplatz wurden überprüft – zwischenzeitlich sind 3 Wagen Verstärkung eingetroffen - doch unsere Banditen waren bereits weg.
Mit den Rucksäcken waren auch unsere Reisepässe, Personalausweise, Kreditkarten, Cash, Handys, das Notebook, eine PSP, ein MP3-Player, eine Kamera und diverse Kleidungsstücke, Brillen & Medikamente weg. Eine extrem unbequeme Situation sage ich Euch!!
Jessi sitzt total down weinend im Auto und ich kann sie kaum beruhigen.
Von den Parkrangern bekommen wir noch eine Fall-Nr und die Telefonnummer für Rückfragen.

Dann machen wir uns erst einmal auf den Weg ins Hotel – es gibt viel zu klären und zu tun. Auf Willys Anraten haben wir das Best Western Americania für 3 Nächte gebucht.


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Hier treffen wir auf das nächste Problem. Ohne Kreditkarte will die Managerin uns nicht reinlassen, Notfall hin oder her. Die Dame ist halt durch und durch amerikanisch und hält sich extrem genau an ihre Regeln, jegliche Menschlichkeit wurde bei ihr erfolgreich abtrainiert. Nun hatte ich mich, vor dem Eintreffen der Managerin, mit Daryl vom Frontdesk unterhalten. Nachdem ich das Foto mit Willy vom Januar erwähnte, erinnerte er sich. Daryl hat sich nun sehr für uns eingesetzt und die Managerin überzeugt, uns gegen Deponierung der Rate für die ersten Nacht in bar einziehen zu lassen. (In einem der Koffer hatte ich noch etwas Bargeld deponiert...) Dann hat er uns noch Gutscheine fürs Frühstück gegeben. Nochmals danke Daryl!! Es gib doch noch "normale" Menschen in San Francisco... er hat auch mit allen Mitteln versucht Jessi aufzumuntern und ihr ein Lächeln abzuringen, was uns in diesen Momenten sehr schwer fiel.
Er weist uns auch noch auf die kostenlosen Internet-PCs hin, von wo aus wir unsere Verwandten benachrichtigen können.
Kurze Zeit später hatte uns Daryl bereits die Telefonnummern von VISA, der deutschen Botschaft und die Adresse der nächsten Western Union Cash Station rausgesucht. Der Kerl ist einfach KLASSE!!!
Das Sperren der diversen Kreditkarten (ich hatte Fotokopien aller Karten und Pässe) war einfach aber zeitaufwändig, ich war über 1 Stunde mit VISA am Telefon. Während des Gesprächs beantragte ich gleich "Emergency Cash" und eine Ersatzkarte. Währenddessen recherchieren Dany und Jessi im Internet diverse Telefonnummern, sperren Handykarten, informieren die Eltern etc.
Beim Anruf bei der deutschen Botschaft teile mir ein Band eine Notfallnummer mit. Dort angerufen teilte mir eine Dame mit, dass man mir erst am Montag helfen könne, ich möge doch dann um 08.00 Uhr auf der gleichen Nummer noch einmal anrufen um zu klären ob die Ersatzdokumente in San Francisco oder in Los Angeles ausgestellt werden. Sie wies mich auch noch auf ein Feuerwerk am Wochenende hin, welches evtl. unsere Stimmung aufhellen könne. Na die Tante ist ja toll drauf, das habe ich mir nicht unter Hilfe vorgestellt.   Was bitte ist ein Notfall wenn nicht das was uns eben passiert war? Wozu gibt es dann überhaupt ein Notfalltelefon?
Nun gut, Daryl gab uns noch eine Karte vom "besten Pizzaservice weit und breit", damit wir das Telefon nicht verlassen müssen. Die dann bestellte und aufs Zimmer gelieferte Pizza war KLASSE, Daryl hatte Recht!
VISA rief noch in der Nacht zurück und vereinbarte mit mir eine Geheimfrage, mit der ich mich bei Western Union ausweisen konnte. Dann rief die VISA Mitarbeiterin noch im Hotel an, um sich bestätigen zu lassen, dass die Rezeption die Kurierlieferung mit der neuen Karte für uns entgegennehmen kann, da wir Montag morgen wahrscheinlich in der Botschaft sind.
Nach Mitternacht kommen wir endlich zur Ruhe. Jessi und ich schlafen recht flott, während Dany – sichtlich unter Schock stehend – erst jetzt Zeit hat alles zu verarbeiten. Sie liegt lange wach und nimmt gegen halb 2 noch den Anruf von meiner Ma entgegen. Sie sitzt in den Startlöchern, falls wir noch eine Geldanweisung aus Deutschland benötigen – vielen Dank dafür. Wir werden sehen ob morgen bei der Western Union alles klappt und dann entscheiden ob wir zusätzliches Geld aus Deutschland benötigen...
(Richi)



Tag 19 - Samstag 13.05.2006


Start: San Francisco
Ziel: 
San Francisco
Route: Twin Peaks, Cable Car, Pier 39, Alcatraz

Gefahrene Meilen: 35

Hotelkritik: siehe oben

Bericht:
Nach ein sehr kurzen und unruhigen Nacht, laufe ich am nächsten Morgen zur besagten WU-Filiale. Auf dem Weg fallen mir die vielen Obdachlosen (harmlos) und halbstarken Lateinamerikaner (nicht so harmlos) auf. Willy, was ist das denn für eine Gegend?? 
Die Bankfiliale war umlagert von vielen zwielichtigen Gestalten und ich war fast sicher, nach der Geldabholung eins über die Rübe zu bekommen... 
Nach der Authentifizierung mir der Geheimfrage, dem Ausfüllen eines Formulars und dem Hinterlassen eines Daumenabdrucks!! bekam ich tatsächlich 800 US$ Cash. Das Geld schnell in 4 verschiedenen Taschen verteilt, machte ich mich auf den dann doch sicheren Rückweg. In der Zwischenzeit traf Dany an der Rezeption auf den Busfahrer, der uns zur Stadtrundfahrt abholen wollte. Mit seiner Hilfe konnte selbige aber ausnahmsweise kostenfrei auf den nächsten Tag verschoben werden obwohl dies laut Vertrag ausgeschlossen ist. (Die haben wohl auch einen Daryl...) 
Nur die Alcatraz Tour am Nachmittag musste wie gebucht abgetreten werden, was allerdings kein Problem darstellte. Nun konnten wir nichts weiter telefonisch regeln oder klären und hatten somit Freizeit. Um meine beiden Damen auf andere Gedanken zu bringen fuhren wir gegen 11.00 mit dem kostenlosen Hotel-Shuttle Bus zum Union Square. Dort besichtigen wir Macys und spazieren dann zur Cable Car Wendestation um die Ecke. 


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Wir machen für 5 $ pro Nase die komplette Tour zu Fishermans Wharf und haben wieder Spaß. Wenn auch immer wieder die Gedanken an den Vorabend hochkommen, der Ärger über sich selbst, die Vorwürfe, die man sich macht – aber man kann auf einer Rundtour halt nicht immer alles mit aus dem Auto nehmen ...

Am Hafen kaufen wir einen neuen Rucksack, teilen uns eine Portion der berühmten Spezialität Clamshowder (Muscheln im Brotteig) bei Boudini (angeblich gibt’s hier die Besten) und Bummeln ein wenig. Ein paar Souvenirs – hier gibt es supergünstige Magneten – sind selbst mit unserem Notcash drin. Wenn wir auch bis morgen – bis wir sicher sind, dass unsere Kreditkarte auch wirklich kommt – sehr haushalten werden. Wir besichtigen Pier 39. Bei superschönem Wetter und Livemusik hebt sich unsere Stimmung deutlich. Ab und an laufen Dany ein paar Tränchen über die Wangen, aber so langsam erwachen die Lebensgeister wieder. Um 1:45 geht unser Boot nach Alcatraz.


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Diese Besichtigung ist wirklich lohnenswert. Es gibt wie auf der Midway in San Diego eine Führung über Kopfhörer – diese Mal auch in Deutscher Sprache. Das ist wirklich klasse und läßt uns und vor allem Jessi alles viel besser verstehen.
Zurück im Hafen nehmen wir ein Taxi zum Hotel (10,50 $). Das war die definitiv heftigste und schlimmste Taxifahrt unseres Lebens (zumindest was Jessi und Dany betrifft – Richi ist von Shanghai ja einiges gewohnt). Hupen ohne Ende, Spurwechsel 5 cm bevor wir auf den Vordermann krachen. Innerhalb dieser 15 Minuten Fahrt können 5 Unfälle gerade noch so verhindert werden – es ist mir ein Rätsel, dass der Herr Menschen befördern darf und Dany ist richtiggehend übel beim Aussteigen.

Zurück im Hotel tauschen wir das aufgebrochene Auto (Chevy Trailblazer) bei ALAMO Downtown kostenlos und völlig unbürokratisch gegen einen vom Niederlassungsleiter empfohlenen Buick Rainier SUV aus. Klasse, schönes Auto.


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Damit geht es erst einmal durch die Lombardstreet und nach Twin Peaks, da wir auch heute klasse Wetter haben. Wir müssen hier oben auch nicht wirklich vom Auto weg, da haben wir nun auch etwas Bammel vor... Wir finden auch noch eine Straße, deren Schild wir fotografieren müssen. :-)


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Der Tag war superanstrengend – die Nerven liegen noch recht blank und Dany hat seit 24 Stunden fast überhaupt nichts essen können. Wir beschließen erneut auf Daryls Pizzaservice zurück zu kommen und ordern ins Hotelzimmer.
Heute schmeckt es dann auch uns allen wieder und diese Nacht werden wir sicher besser schlafen können als die letzte ...
 (Richi/Dany)

To be continued very soon...

Tag 20 - Sonntag 14.05.2006


Start: 
San Francisco
Ziel: San Francisco
Route: Stadrundfahrt, Ghiradelli Schokoladenfabrik

Gefahrene Meilen: 50

Hotelkritik: siehe oben

Bericht:
Um 6.15 Uhr klingelt unser Wecker und dank Daryl gibt’s für uns heute das de Luxe Frühstück. Gestern war uns wirklich nicht danach – verständlicherweise ...
Kurz nach 8 werden wir abgeholt zur Stadtrundfahrt, welche sehr zu empfehlen ist (Tower Tours).  Unser Fahrer heißt Wolfgang und wir haben richtig Glück. Er ist gebürtiger Australier und in England aufgewachsen. Er spricht sehr gutes Englisch und im Gegensatz zu den bisher geführten Touren verstehe ich dieses Mal wirklich ausnahmslos alles - ein gutes Gefühl, dass es doch nicht nur an mir liegt, denn dass die Amis kein Englisch können, da kann ich nun wirklich nichts dafür ;-).
Die Sonne strahlt wieder einmal vom Himmel und es ist eine tolle Tour die uns an alle markanten Punkte in San Francisco führt wie z.B. Fishermans Warf, Twin Peaks, Russian Hill, Nob Hill, Painted Ladies (Farbige Häuserreihe, die die Filmkulisse für unter anderem Mrs. Doubtfire darstellten), Chinatown, Little Italy, Presidio , Financial district, Coit Tower,  Pet Cemetary und zum guten Schluß auch wieder an die Golden Gate. Wir stoppen nicht an demselben Parkplatz an dem man uns beraubt hat, dennoch ist es ein komisches Gefühl.

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Gegen 14.00 Uhr sind wir zurück im Hotel und richtig platt. Wir stellen uns den Wecker und machen ein kurzes Schläfchen, wobei ich richtig tief einschlummere. Gegen 16.00 Uhr machen wir uns noch einmal auf nach Downtown. In Jessis Referat über San Francisco, welches sie kurz vor den Osterferien halten mußte, haben wir viel über diese Stadt gelernt. Der Schokoladenhersteller Ghiradelli hatte im 19. Jahrhundert große Bedeutung für diese Stadt und ist heute noch eine weit über die Grenzen hinaus, bekanntes Unternehmen.

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Grund genug hier für einen großen Eisbecher und eine heiße Schokolade zu stoppen (also ob man dafür einen Grund bräuchte ...). Dann gönnen wir uns noch ein paar chocolate dipped strawberries – mhhh für 2,50  $ das Stück, aber das muß sein. Wir machen noch einen Abstecher nach Chinatown. Etwas enttäuscht muß ich feststellen, dass es nichts mehr mit dem früheren Chinatown, wie ich es aus den 80er Jahren aus New York kenne, zu tun hat. Viel Ramsch und Mist ... (Dany)

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Wieder im Hotel angekommen erhalte ich einen Anruf der Hotel-Managerin, ich soll doch bitte an die Rezeption kommen und die weiteren Nächte bezahlen. Ich fragte sie nun ob das wirklich sein muss und sie nicht in der Stimmung sei, auf die bereits avisierte Kreditkarte am Montagmorgen zu warten. Aber sie bestand auf Bargeld… (Der wünsche ich Durchfall und kein Klopapier!)  
Also mache ich mich runter zur Rezeption und treffe hier auf Daryl. Der schaut mich entgeistert an, warum ich denn nun cash zahlen wolle. Ich erklärte ihm, dass seine Chefin das wohl so braucht, um besser zu schlafen. Daryl will gerade bei ihr anrufen, aber ich versichere ihm, dass wir mit dem Bargeld klar kommen und ich nicht will, dass er wegen uns Ärger mit der Managerin bekommt. Daryl bucht das Geld wieder als Deposit und sagt mir, dass ich am Montagmorgen, wenn meine Kreditkarte da ist, damit zahlen und alles Bargeld zurückverlangen soll. Guter Tipp, danke Daryl.
Als wir 10 Minuten später noch einmal an der Rezeption vorbeilaufen müssen, höre ich wie Daryl dann doch mit der Managerin laut diskutiert. Ich hoffe er bekommt keinen Ärger, außerdem ist dieser Kampf „gesunder Menschenverstand gegen Regelfanatikerin“ eh aussichtslos… (Richi)

Auf dem Zimmer ordern wir erneut bei der weltbesten Pizzeria – die Gegend hier lädt auch wirklich nicht dazu ein, abends das Hotel zu Fuß zu verlassen. Dany beschließt endlich den Hotelpool zu testen und Jessi macht sich ab in den Fitneßraum, kommt aber kurz danach, von den nicht funktionierenden Geräten genervt, ebenfalls zum Pool. Die Sonne geht unter und wir ziehen unsere Bahnen unter rosa angestrahlten Wölkchen – passen zur Hotelfarbe, das in flamingorosa gestrichen ist. Richtig angenehme Wassertemperatur und den ganzen Pool für uns 2 alleine – eine schöne Art, den Tag zu beschließen ...(Dany)



Tag 21 - Montag 15.05.2006


Start: San Francisco
Ziel: San Simeon
Route: Monterey, Carmel by the Sea, Highway #1

Gefahrene Meilen: ??

Hotelkritik: Die San Simeon Lodge ist ein sehr günstiges Hotel und liegt direkt am Highway #1. Von hier sind es nur wenige Minuten zum Hearst Castle.
Das Zimmer ist einfach aber sauber und es gibt einen beheizten Pool. Immer beim beziehen der Zimmer prüfen ob auch wirklich Wasser aus der Dusche kommt... :-)

Bericht:
15. Mai 2006

Montagmorgens wollten wir eigentlich auf unsere nächste Etappe nach San Simeon aufbrechen. Durch den Verlust der Reisepässe sieht der Tag nun leider etwas anders aus, dennoch klingelt um 7.00 Uhr unser Wecker, damit wir fix und fertig geduscht sind und schnell zur Botschaft aufbrechen können.
Um 08:00 Uhr rufe ich die Botschaft noch einmal unter der gleichen Nummer (wie von der Dame am Freitag gewünscht) an, um zu erfahren, das diese Notfall Nr. auf ein Handy umgeleitet ist, aber nun alle in der Botschaft seien und ich doch bitte dort anrufen soll. Klasse, die ersten 5 Minuten verschwendet. Also rufe ich in der Botschaft an und komme auch nach 10 Minuten durch. Die Dame fragt warum wir denn nicht einfach vorbeikommen. Grrrr, weil die dümmliche Kollegin am Freitag davon nichts erwähnt hat. Weiterhin teilte die Dame mit, dass wir die Passbilder mitbringen sollen. Auch davon hat die dümmliche Kollegin am Freitag nichts erwähnt – aber hHauptsache sie hat uns auf das Feuerwerk hingewiesen! Wir hatten das ganze Wochenende Zeit und müssen nun unter Zeitdruck schnell in einen Walgreens um Passbilder zu bekommen. Wieder 1 Stunde verschwendet (machen die das extra?). Gegen 09:30 Uhr sind wir nun endlich mit den Bildern in der Botschaft und dürfen jeder zunächst einmal 3 Seiten Formulare ausfüllen... Weiterhin müssen wir hier 28 US$ pro Person für den "Reiseausweis als Passersatz" zahlen. Ich bin kurz vor dem explodieren und frage ob der Dame das in einem solchen Fall nicht etwas un-ethisch vorkommt, den bestohlenen deutschen Staatsbürgern von eventuellen Rest Geldbeständen noch etwas abzunehmen. Darauf meint die Dame nur schnippisch: 
"Wir machen die Gesetze nicht, wir führen nur aus. Außerdem haben wir Ihnen ja auch nicht gesagt, dass Sie Ihre Rucksäcke im Auto lassen sollen"
Nun ist hier leider Panzerglas zwischen uns, sonst hätte ich die Dame wohl mit einer gestreckten Geraden ins Koma geschickt. Denn das war meines Erachtens richtig unverschämt und nun war ich richtig sauer.   
Sich hier auf meine (Steuer-) Kosten einen Gemütlichen machen und mich dann noch so behandeln, jetzt reicht es! Auf meine Frage hin wann denn nun die Papiere fertig sind, meint die Dame wir sollen so gegen 14:00 Uhr wiederkommen, da um 12:00 Uhr erst einmal Mittagspause sei. 
Dankend lehne ich ab und versichere, dass wir hier warten und ganz sicher um 12:00 Uhr die Botschaft nicht verlassen. Dann sollen sie uns halt raustragen! Darauf hin meinte die Dame, in ca. 1 Stunde seien die Dokumente fertig. Und tatsächlich, sie haben es noch vor der Mittagspause geschafft, um 11:30 Uhr verlassen wir diesen grausigen Ort mit unseren Not-Pässen. Ich hoffe für keinen USA-Reisenden, dass er jemals auf die Hilfe dieser Botschaft angewiesen ist. Unsere Deutsche Botschaft hat uns in der gesamten Situation die meisten Schwierigkeiten gemacht. Unglaublich!!!
Im Hotel wieder angekommen händigt uns die Rezeption eine Kurierlieferung aus, die VISA Ersatzkarte. Puhh, Gott sei Dank, auf VISA ist wirklich Verlaß, die haben uns wirklich sehr geholfen. Ich checke sofort damit aus und lasse mir den gesamten deponierten Betrag in Cash zurückgeben. Nun sind wir also wieder komplett im Spiel mit Pässen, Kreditkarte und genügend Bargeld. 
Die schrillen Drei sind wieder auch Achse. 
Das Aquarium in Monterey und der 17-mile-drive fallen dem lahmen, inkompetenten Personal der deutschen Botschaft zum Opfer, aber wir sind vor Sonnenuntergang in San Simeon im Hotel. (Richi)

Mit dem Sonnenschein auf der Fahrt kehrt auch so langsam unsere gute Laune zurück – die Botschaft hat uns alle viele Nerven gekostet und enttäuscht stelle ich fest, dass die Stories in Romanen, in denen „man über den Zaun klettert und alles wird gut ...“ wohl wirklich nur frei erfunden sind.
Der Highway Number 1 bringt uns bald auf andere Gedanken. Wir fahren die wunderschöne Küstenstraße dennoch, obwohl sie wesentlich mehr Zeit kosten wird als der Interstate, aber ich möchte diese Stück unseres Urlaubs nicht missen. Wir kommen durch Monterey, fahren an den alten Canneries vorbei, in denen Fisch und californische Früchte (Del Monte) in Dosen verpackt werden.

monterey.jpg

Am Aquarium fahren wir leider, wie Richi schon geschrieben hat,  leider nur vorbei. Der nächste Ort ist Carmel by the Sea, wir machen einen kurzen Abstecher an den Strand. Wunderschön ist es hier und ich kann verstehen, dass Clint Eastwood Spaß hatte hier Bürgermeister zu sein. Ein traumhaftes Fleckchen Erde, an dem wir eines meiner Lieblingsfotos aus diesem Urlaub schießen. 

carmel.jpg

Diese Route ist einfach der Hammer, die Felsformationen direkt am Meer, die alten Brücken, wunderschöne einsame versteckte Häuser an der Küste, große Robbenbuchen und der Sonnenschein – einfach traumhaft.
highway1.jpg
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Je näher wir nach San Simeon kommen um so nebliger wird es, vom Meer zieht ein richtig dicker Dunst herein – Glück gehabt, dass die Strecke bis hier so schön war.

Unser Hotel (2 stöckig) sieht nett aus (hellblau –weiß gestrichen) und liegt sehr schön. Zwischen uns und dem Meer liegt nur der Highway und der ist nicht wirklich viel befahren. Wir beziehen unser Zimmer mit 2 Queenbetten im Erdgeschoß und bekommen für Jessi ein Zustellbett. Unterwegs haben wir ein paar Kilo frische Erdbeeren gekauft, die müssen noch vernichtet werden. Das Hotel ist in U-Form gebaut und in der Mitte liegt ein Pool. Der lacht Jessi und mich ziemlich an und ich überlege die Wassertemperatur zu checken. Erstaunt stelle ich fest, dass der Pool beheizt ist – klasse, das können wir uns nicht entgehen lassen. Jessi und ich springen in die Badesachen, mittlerweile ist die Sonne untergegangen und wir schwimmen im beheizten und wunderschön beleuchteten Pool. Das haben wir uns verdient nach dem nervenaufreibenden Tag ...  (Dany)




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